



Heidelberg, November 2008
Drei erste Preise vergab die Jury des achten Deutschen Fassadenpreises für vorgehängte hinterlüftete Fassaden. Das Architekturbüro Busmann + Haberer bekommt für den Konzertsaal im Schloss Köthen einen davon. Ein Relief aus Eternit Fassadentafeln bekleidet den neuen Klangkörper. Eine Anerkennung bekommen roedig.schop architekten für ihr Berliner Baugruppenprojekt „Ten in One“, ebenfalls mit Eternitfassade.
"Der Johann-Sebastian-Bach-Saal in Köthen steht beispielhaft für die gelungene Symbiose von Alt und Neu - im respektvollen Umgang mit der bestehenden Bausubstanz", heißt es in der Begründung der Jury für die Preisverleihung. "Der Dachaufbau und die darunter liegende ehemalige Reithalle korrespondieren eng miteinander. Die verspringenden Faserzementtafeln des Aufbaus akzentuieren den neuen Bauköper“.
Rücksichtsvoll und gleichzeitig selbstbewusst setzen die Architekten auf die denkmalgeschützten Ruinenmauern der alten Reithalle die neue Fassade des Konzertsaals. Über dem alten Bruchsteinmauerwerk ragt ein mit cremeweißen Eternit Fassadentafeln bekleideter Stahlbetonquader empor. Die horizontale Linienführung der Fassade erzeugt Bewegung und Rhythmus. Die alte Reithalle bleibt dabei deutlich erlebbar und verleiht dem neuen Gebäude Einzigartigkeit und Authentizität. "Wir freuen uns sehr über diese Würdigung", hieß es aus dem Büro von Peter Busmann und Godfrid Haberer. Köthens Oberbürgermeister Kurt-Jürgen Zander findet „Der Komplex ist ein gelungenes Zusammenspiel aus Alt und Neu“.
Eine von vier Anerkennungen beim Deutschen Fassadenpreis 2009 erhält das Baugruppenprojekt „Ten in One“ von roedig.schop architekten aus Berlin. „Ten in One“ ist ein Wohnhaus in Berlin-Mitte für zehn Bauherren, mit zehn individuellen und flexiblen Grundrissen. Diese Vielfalt spiegelt sich auch im Fassadenspiel der geschosshohen Fenster- und Fassadenelemente wider. Die horizontale Gliederung der Fassade mit Natura-Fassadentafeln von Eternit unterstreicht die Idee von übereinander gestapelten Eigenheimen.
Ende Oktober 2008 gab die Jury die Preisträger des achten Deutschen Fassadenpreises bekannt, drei erste Preise und vier Anerkennungen wurden ausgesprochen. Der Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e.V. (FVHF) verleiht den Preis alle zwei Jahre an die besten deutschen Projekte mit vorgehängter hinterlüfteter Fassade. Erstmals wurde in diesem Jahr neben Gestaltung, Wirtschaftlichkeit und technischer Finesse auch das beispielhafte Energiekonzept einzelner Projekte gewürdigt.
Auf der BAU 2009 in München wird der mit 10.000 Euro dotierte Preis in einem feierlichen Akt an die Preisträger verliehen. Jan R. Krause, Professor für Architektur Media Management der Hochschule Bochum, moderiert die Preisverleihung am 13. Januar im Internationalen Congress Center (ICM) der Messe München.
Abbildung:
Preisträger beim Deutschen Fassadenpreis 2009 – der Konzertsaal „Johann-Sebastian-Bach“ im Schloss Köthen mit Eternit Fassadentafeln in cremeweiß.
Foto: Busmann + Haberer Gesellschaft von Architekten mbH
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